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	<title> Fracci&#243;n Trotskista Cuarta Internacional </title>
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		<title>Alle R&#228;der stehen still&#8230;</title>
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		<dc:date>2015-01-16T06:30:25Z</dc:date>
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		<dc:creator>Oskar Huber </dc:creator>


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		<description>&lt;p&gt;Anfang November erlebte Deutschland den l&#228;ngsten Streik der Bahngeschichte: 75 Stunden Streik im G&#252;tervekehr, 64 Stunden im Personenverkehr. Die BILD sch&#228;umte vor Wut auf die &#8222;Bahnsinnigen&#8220;, fast die gesamte b&#252;rgerliche Presse lechzte nach dem Blut des Chefs der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf&#252;hrer (GDL), Claus Weselsky.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://ft-ci.org/RIO-Revolutionare-Internationalistische-Organisation-Deutscheland" rel="tag"&gt; RIO (Revolution&#228;re Internationalistische Organisation), Deutschland &lt;/a&gt;, 
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 <content:encoded>&lt;img src='https://ft-ci.org/local/cache-vignettes/L150xH80/arton8850-8075d.jpg?1695968868' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='80' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;// STREIKRECHT: Der Streik der GDL ist ein Kr&#228;ftemessen um das Streikrecht &#252;berhaupt, sein Ausgang betrifft die ganze ArbeiterInnenklasse. //&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anfang November erlebte Deutschland den l&#228;ngsten Streik der Bahngeschichte: 75 Stunden Streik im G&#252;tervekehr, 64 Stunden im Personenverkehr. Die BILD sch&#228;umte vor Wut auf die &#8222;Bahnsinnigen&#8220;, fast die gesamte b&#252;rgerliche Presse lechzte nach dem Blut des Chefs der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf&#252;hrer (GDL), Claus Weselsky.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Streik geht es um Arbeitsbe-dingungen und -zeiten, um l&#246;hne, aber vor allem auch um die Organisierungsfreiheit der Spartengewerkschaft GDL, die ihr sowohl von der Bahn als auch von F&#252;hrungen der DGB-Gewerkschaften abgesprochen wird. Noch Anfang November scheiterte die Bahn mit einer Klage gegen die &#8222;Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit&#8220; des Streiks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb ist der Bahnstreik zum Kampfsymbol f&#252;r das Recht auf Streik geworden. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und Arbeitsministerin Nahles (SPD) verabschiedeten als &#8222;Konsequenz&#8220; im Kabinett ein arbeiterInnenfeindliches &#8222;Tarif-einheits&#8220;-Gesetz, das Minderheitsgewerkschaften die Tariff&#228;higkeit nehmen soll.&lt;br class='autobr' /&gt;
Mitte Dezember sprach GDL-Chef Weselsky von einem &#8222;Durchbruch&#8220; in den Verhandlungen f&#252;r das Jahr 2014, zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wird noch verhandelt. Weitere Streiks nach der Winterpause sind m&#246;glich. In jedem Fall wird der Ausgang des Kampfes mit &#252;ber die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse in Sachen Streikrecht entscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Spartengewerkschaften&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass die Frage des Streikrechts ausgerechnet am Bahnstreik ausgetragen wird, ist kein Zufall. Die Standortvorteile des deutschen Kapitals sind unmittelbar an eine g&#252;nstige Infrastruktur gebunden. Und gerade in den Sektoren Bahn und Flughafen haben sich starke &#8222;Spartengewerkschaften&#8220; etabliert, wie Cockpit oder GDL. Sie sind nicht weniger b&#252;rokratisch bestimmt als die DGB-Gewerkschaften: Die Autokratie-Vorw&#252;rfe gegen&#252;ber ihrem Chef Weselsky sind nicht aus der Luft gegriffen, Streikdemokratie ist Fehlanzeige. Aber Weselsky und Co. werden durch ihre besondere Position in eine &#8222;k&#228;mpferische&#8220;, das hei&#223;t streikfreudige, Haltung gezwungen. Ihre Berufsverb&#228;nde haben nicht den Luxus kampfloser Branchentarifbindung, von der Riesen wie IG BCE oder IG Metall noch immer zehren, sondern m&#252;ssen sich st&#228;ndig vor den Mitgliedern in ihrer Kampfbereitschaft beweisen &#8211; mit Streiks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Spartengewerkschaften ziehen mit dieser Streikfreudigkeit, die sich der kampflosen &#8222;Einheit&#8220; einer brotlosen Sozial-partnerschaft nicht unterwerfen kann, den Zorn einer &#8222;ertappten&#8220; DGB-B&#252;rokratie auf sich. Dabei halten sie dieser nur den Spiegel des eigenen Versagens vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abnehmende Tarifbindung und Zersplitterung der Tariflandschaft sind Ergebnisse der durch die B&#252;rokratie &#252;ber Jahrzehnte gehegten Zur&#252;ckhaltung im Streik, der Hinnahme und Unterst&#252;tzung von Hartz IV und Zeitarbeitsfirmen. Die gro&#223;en Industriegewerkschaften IG BCE und IG Metall, jetzt gr&#246;&#223;te F&#252;rsprecherinnen der &#8222;Tarifeinheit&#8220;, haben den ArbeiterInnen das Streiken fast ganz ausgetrieben. Die EVG-Vorg&#228;ngerin im DGB, Transnet, f&#252;hrte 2007 eine Anti-Streik-Kampagne gegen die Konkurrentin GDL durch, die ihr jetzt nach den Lokf&#252;hrerInnen auch das Boardpersonal abspenstig macht. Nun wollen besonders diese drei Mitglieds-gewerkschaften die st&#246;rende Konkurrenz faktisch gesetzlich verbieten lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Sozialpartnerschaft&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gewerkschaftsb&#252;rokratien des DGB befinden sich hier in einem Widerspruch, weil sie den Status Quo der Sozialpartnerschaft erhalten wollen, deren materielle Grundlagen aber br&#246;ckeln. Erst beim neunmonatigen Streik um Neupack erlebten wir eine IG BCE, die unbedingt Sozialpartnerin sein wollte, aber der Boss spielte einfach nicht mit. Bei der Schlie&#223;ung von Opel Bochum kapitulierte die IG Metall vollends vor der &#8222;Standort-logik&#8220; und gab einen Standort preis, um einen anderen zu &#8222;sichern&#8220;. Es schimmert an immer mehr Orten durch, dass diese &#8222;Partnerschaft&#8220; verrottet ist und endlich begraben werden sollte &#8211; das geht aber nur gegen die B&#252;rokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anders als die Bourgeoisie wollen die B&#252;rokratInnen die Klassenverh&#228;ltnisse nicht neu verhandeln, sondern bis zum Ende verwalten. Die Erosion der Grundlage der &#8222;Sozialpartnerschaft&#8220; bekommen jene Gewerkschaften am st&#228;rksten zu sp&#252;ren, die viele prek&#228;re und zersplitterte Belegschaften organisieren, vor allem ver.di, die sich mit NGG und GEW vorsichtig gegen die &#8222;Tarifeinheit&#8220; positioniert. Aber nur eine klassenk&#228;mpferische und antib&#252;rokratische Str&#246;mung in den bestehenden Gewerkschaften kann von der Verwaltung des Elends zum Gegenangriff &#252;bergehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die B&#252;rgerlichen wollen &#8222;politische&#8220; von &#8222;&#246;konomischen&#8220; Streiks trennen, nur um diese Trennung dann mit juristischen Repressalien durchzusetzen. Doch jeder Streik ist ein Kr&#228;ftemessen der Klassen und hat schon deshalb eine politische Qualit&#228;t. Besonders gewinnt aber ein Streik an politischer Bedeutung, wenn sein Ausgang das Verh&#228;ltnis der Klassen f&#252;r eine l&#228;ngere Zeit mit pr&#228;gt &#8211; wie im Bahnsektor. Wenn die Tarifautonomie f&#228;llt, wird es Zwangsschlichtungen geben. Der b&#252;rgerliche Staat wird dann die &#8222;Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit&#8220; von K&#228;mpfen pr&#252;fen, die sich gegen seine Klasse richtet.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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