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	<title> Fracci&#243;n Trotskista Cuarta Internacional </title>
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		<title>Der asylpolitische Bankrott Deutschlands und der EU</title>
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		<dc:date>2015-08-27T09:27:00Z</dc:date>
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		<dc:creator>Alexej Geworkian </dc:creator>


		<dc:subject>Europa</dc:subject>
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		<dc:subject> RIO (Revolution&#228;re Internationalistische Organisation), Deutschland </dc:subject>
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		<description>&lt;p&gt;Die verheerende Situation der Gefl&#252;chteten, von Deutschland bis an die EU-Au&#223;engrenzen auf Kos, Lampedusa oder in Mazedonien beweist, das die imperialistischen M&#228;chte nur Elend f&#252;r die Massen anzubieten haben. Die Herausforderung f&#252;r die Linken ist es, einen Ausweg aus der Misere aufzuzeigen.&lt;/p&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://ft-ci.org/local/cache-vignettes/L150xH88/arton9176-81bd3.jpg?1695604161' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='88' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;/&lt;strong&gt;/ Die verheerende Situation der Gefl&#252;chteten, von Deutschland bis an die EU-Au&#223;engrenzen auf Kos, Lampedusa oder in Mazedonien beweist, das die imperialistischen M&#228;chte nur Elend f&#252;r die Massen anzubieten haben. Die Herausforderung f&#252;r die Linken ist es, einen Ausweg aus der Misere aufzuzeigen. //&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All diejenigen, die dachten, dass die infolge der Weltwirtschaftskrise und des Arabischen Fr&#252;hlings h&#246;chste Zahl an Gefl&#252;chteten seit dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 2013 eine Ausnahme sei, sahen sich schon im n&#228;chsten Jahr eines besseren belehrt. Und auch in diesem Jahr werden wohl so viele Menschen auf der Flucht sein wie seit 1945 nicht mehr. Im Jahr zuvor waren es knapp 60 Millionen Menschen, die zumeist infolge von Kriegen fliehen mussten und in der Bundesrepublik wurden bis zum Juli dieses Jahres so viele Asylantr&#228;ge wie im gesamten letzten Jahr 2014 gestellt. Rund 220.000 Asylantr&#228;ge gingen bei den Beh&#246;rden ein, sodass die Bundesregierung die Zahl der Asylantr&#228;ge f&#252;r das gesamte Jahr 2015 auf &#252;ber 800.000 sch&#228;tzt. Zum Vergleich: im bisherigen &#8222;Rekordjahr&#8220; 1992 waren es knapp 440.000 Antr&#228;ge.&lt;br class='autobr' /&gt;
W&#228;hrend diese Zeit mit dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen als ein dunkles Kapitel in Erinnerung geblieben ist, wiederholen sich seit Monaten st&#228;ndig rassistische Gewalt und Hetze gegen Gefl&#252;chtete auf dem gesamten Bundesgebiet. Fast t&#228;glich ist von Anschl&#228;gen auf Gefl&#252;chtetenunterk&#252;nfte zu lesen. Die meisten werden von rechtsextremen Gruppen organisiert, finden in immer mehr Gemeinden eine beunruhigende Anklang unter Bev&#246;lkerungsschichten, deren Lebensqualit&#228;t, vom Staat vernachl&#228;ssigt, sinkt. In einer Situation der kontinuierlichen rassistischen Hetze der b&#252;rgerlichen Parteien entwickelt sich aus diesem Unmut eine rechte Polarisierung der Mittelschichten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Hetzkampagne schlug in den letzten Wochen immer h&#246;here Wellen. Alle b&#252;rgerlichen Parteien, von AfD und FDP &#252;ber CDU/CSU und SPD bis hin zu den Gr&#252;nen sind sich dar&#252;ber einig, die Asylgesetzgebung de facto vollkommen zu vernichten. Dies geht durch die immer absurder anmutende Aufnahme von l&#228;ndern wie dem Kosovo, Albanien und Montenegro in die Liste der &#8222;sicheren Herkunftsstaaten&#8220;; die Forderung des Bundesamts f&#252;r Migration und Fl&#252;chtlinge (BAMF), das Taschengeld von 142 Euro abzuschaffen oder durch Sachgutscheine zu ersetzen; die aus Kreisen der &#8222;Gewerkschaft der Polizei&#8220; (sic.), der AfD und rechten Teilen der CDU angesto&#223;ene Diskussion, Grenzkontrollen wieder einzuf&#252;hren und daf&#252;r mehr PolizistInnen einzustellen bis hin zur Er&#246;ffnung von &#8222;Camps&#8220;, um Gefl&#252;chtete aus dem Balkan in Grenzn&#228;he kosteng&#252;nstig und schnell abzuschieben. Dass das Schicksal Zehntausender Menschen, die vor Elend, Verfolgung, Krieg und Hunger fl&#252;chten, dabei als reiner Kostenpunkt dargestellt wird, ist ein b&#252;rgerlicher Konsens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einer skandal&#246;sen Sch&#228;tzung nach w&#252;rden die Gefl&#252;chteten den Staat 10 Milliarden Euro kosten. Die Tatsache an sich ist nicht skandal&#246;s: In Wirklichkeit sollte Deutschland wesentlich mehr Geld f&#252;r die gute Versorgung und Unterbringung der Gefl&#252;chteten ausgeben, besonders wenn sich t&#228;glich die Schlagzeilen &#252;ber die sich vergr&#246;&#223;ernden Steuereinnahmen und die gute wirtschaftliche Konjunktur h&#228;ufen. Skandal&#246;s ist sie deshalb, weil sie Teil der rassistischen Kampagne der imperialistischen Medien ist, die Kosten f&#252;r die Gefl&#252;chteten zu verringern und die Abschiebungen &#8222;effektiver&#8220; zu gestalten. Selbst die Linkspartei gibt diesem reaktion&#228;ren Klima nach: Sie l&#228;sst nicht nur eine &#8222;rote H&#252;rde&#8220; in punkto Waffenlieferungen und Auslandseins&#228;tze der Bundeswehr fallen, in Fulda machten den nicht allzu &#8222;linken&#8220; Wolfgang Runge ausl&#228;nderfeindliche Bemerkungen bekannt. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Ausdruck dessen, dass die Partei auf ihrem sozialchauvinistischen Kurs dem rechten Klima nachgibt, anstatt eine konsequente Alternative der Ausgebeuteten und Unterdr&#252;ckten darzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Desastr&#246;ses Versagen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei ist die deutsche Politik nicht von der europ&#228;ischen zu trennen und auch der Blick auf die anderen l&#228;nder verhei&#223;t nichts gutes: in Mazedonien wurde aufgrund des zu gro&#223;en Andrangs auf den Bahnh&#246;fen der Ausnahmezustand ausgerufen und Tr&#228;nengas gegen Gefl&#252;chtete eingesetzt, Ungarn ist im Begriff einen 175 Kilometer langen Zaun mit NATO-Stacheldraht zu bauen (und dabei EU-Recht zu verletzen), der die Gefl&#252;chteten davon abbringen soll, in ihr Land einzureisen &#8211; schlie&#223;lich ist Ungarn auf der ber&#252;chtigten &#8222;Balkan-Route&#8220; das erste Land der EU, das die Gefl&#252;chteten nach Griechenland betreten. In Griechenland selbst ist die Lage infolge der Sparma&#223;nahmen so katastrophal, dass die Gefl&#252;chteten dieses Land meiden und weiterziehen wollen. Tausende Gefl&#252;chtete m&#252;ssen wochen- und monatelang unter unmenschlichen Bedingungen auf den grenznahen Inseln wie Kos leben, und werden dazu noch durch Repression von der Polizei angegriffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Woche f&#252;r Woche sterben Hunderte, die versuchen, das Mittelmeer in Richtung Italien zu &#252;berwinden. Doch f&#252;r die meisten geht die Flucht weiter ins imperialistische Zentrum, nach Gro&#223;britannien oder Deutschland. Die imperialistische Hetzkampagne der britischen Regierung gegen die Gefl&#252;chteten, die den lebensgef&#228;hrlichen Weg &#252;ber den Eurotunnel bei Calais auf sich nehmen, macht nur zu deutlich, dass Menschenleben f&#252;r die Herrschenden in ihrem w&#252;tenden Rassismus keine Rolle spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es verwundert nicht, dass die meisten Gefl&#252;chteten aus l&#228;ndern wie Syrien, Afghanistan oder Somalia kommen, wo nicht zuletzt aufgrund der NATO-Interventionen seit Jahren Krieg und Elend herrschen. Auch f&#252;r Deutschland ergibt sich ein &#228;hnliches Bild: rund ein F&#252;nftel der AsylbewerberInnen kommen aus Syrien, dessen Lage sich mit dem Erstarken des Islamischen Staates nochmals versch&#228;rft hat. Doch w&#228;hrend die Anerkennungsquoten von l&#228;ndern wie Syrien oder Irak recht hoch (jeweils zwischen 85 und 90 Prozent) sind, tendieren sie bei allen Balkanstaaten wie Serbien oder Montenegro gen Null. Dabei war das Gebiet des ehemaligen Jugoslawien in den 90er-Jahren Schauplatz von NATO-Bombardements &#8211; an denen sich auch erstmals Deutschland seit dem Fiasko &#180;45 beteiligte. Die Hunderttausenden, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa und Deutschland fliehen und dabei ihr Leben riskieren, sind dazu aufgrund der jahrzehntelangen kriegerischen und wirtschaftlichen Zerst&#246;rung ihrer Herkunftsgebiete durch den franz&#246;sischen, britischen, nordamerikanischen und deutschen Imperialismus gezwungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier angekommen, erwartet sie jedoch oft kein besseres Schicksal. In den Zeltlagern, die vor einigen Gro&#223;st&#228;dten aufgebaut wurden, herrsche laut Berichten von solidarischen HelferInnen &#8222;Zust&#228;nde wie in Kriegsgebieten&#8220;. Es gibt zu wenig Platz, kaum Toiletten, zu wenig &#196;rzte, was dazu f&#252;hrt, dass sich Krankheiten schnell ausbreiten. Aus allen Ecken des Landes h&#246;rt man, das zu wenig Geld f&#252;r die Unterk&#252;nfte zur Verf&#252;gung stehen, was sich direkt auf die Lebensbedingungen der Gefl&#252;chteten auswirkt. Entgegen dessen, was die b&#252;rgerlichen PolitikerInnen immer wieder sagen, unterscheidet sich diese Situation nicht grundlegend von der, denen die Gefl&#252;chteten auf Kos oder Lampedusa ausgesetzt sind. Zynischerweise ist dies Teil einer Asylpolitik, die auch in Zukunft vermehrt auf Abschreckung mittels katastrophaler Zust&#228;nde in den Lagern setzen will. Besonders in der Argumentation des Innenministers Thomas de Maiziere (CDU) spielt das eine gro&#223;e Rolle. In diesem Sinne haben die b&#252;rgerlichen PolitikerInnen, abgesehen von den heuchlerischen Kommentaren, auch kein Interesse an der Bek&#228;mpfung der rassistischen Gewalt auf den Stra&#223;en.&lt;br class='autobr' /&gt;
Das ist jedoch kein &#8222;Scheitern&#8220; der deutschen Asylpolitik, sondern die einzige Antwort der Herrschenden auf die &#8222;Einwanderungskrise&#8220;, n&#228;mlich jede Hoffnung vernichten, dass die Gefl&#252;chteten in Deutschland ein besseres Leben beginnen k&#246;nnen. In diesem Sinne wurde mit 11.000 Abschiebungen 2014 ein weiterer Rekord verzeichnet, die zumeist in die Balkanl&#228;nder Serbien, Mazedonien und Kosovo erfolgte. Und schon alleine im ersten Halbjahr 2015 wurden mit 8.178 rund 42 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum abgeschoben. F&#252;r einen Gro&#223;teil der Gefl&#252;chteten bedeutet diese Politik Folter und Tod in ihrem Herkunftsland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichzeitig rufen die RegierungspolitikerInnen im Chor mit der Bourgeoisie nach noch mehr &#8222;Verantwortung&#8220; in der Welt &#8211; nach neuer imperialistischer Vorherrschaft besonders im Nahen Osten und auf dem Balkan. Diese Herrschaft stellt sich auch in Form von massiven Waffenexporten dar, ohne die die deutsche Wirtschaftspolitik nicht zu denken ist. Die derzeitigen Fl&#252;chtlingsstr&#246;me stellen also die R&#252;ckwirkungen der imperialistischen Wirtschafts- und Kriegspolitik dar. Auch deshalb sehen Teile der Bourgeoisie die Notwendigkeit, sich die gro&#223;e Zuwanderung hinsichtlich einer zuk&#252;nftigen &#8222;Wettbewerbsf&#228;higkeit&#8220; zunutze zu machen, anstatt sie nur zu bek&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;JETZT aktive Solidarit&#228;t organisieren&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wo aber Gefahr ist, w&#228;chst das Rettende auch.&#8220; Diese Worte von Friedrich H&#246;lderlin beschreiben eindrucksvoll, warum die Gefl&#252;chtetenbewegung die dynamischste demokratische Bewegung trotz all der Repression und Verfolgung des Staates war.&lt;br class='autobr' /&gt;
Und die Revolte von Suhl, wo sich die Gefl&#252;chteten gegen die Brutalit&#228;t und Willk&#252;r der Polizei zur Wehr setzten, mag ein &#8211; wenn auch verzerrtes &#8211; Vorspiel an neuen K&#228;mpfen auf der Stra&#223;e sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Angriffe auf Gefl&#252;chtetenunterk&#252;nfte im gesamten Bundesgebiet und nicht zuletzt die besonders gewaltt&#228;tigen Ausschreitungen in Heidenau und Freital m&#252;ssen die gesamte Linke wachr&#252;tteln. Es ist notwendig, gemeinsam mit ArbeiterInnen, Jugendlichen, Gefl&#252;chteten und solidarischen AktivistInnen die Selbstverteidigung der Betroffenen und ihrer Unterk&#252;nfte zu organisieren, anstatt dies der Polizei zu &#252;berlassen. Die Aufgabe der Stunde ist es, die k&#228;mpferischen Aktionen der Gefl&#252;chteten und der solidarischen Jugend wieder aufzunehmen und eine breite demokratische Bewegung gegen die Regierung und ihre rassistischen Pl&#228;ne und die rechte Gewalt und f&#252;r Bleiberecht f&#252;r alle aufzubauen.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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